Sanierung Flughafen "Cargo-City-Süd", Frankfurt / Main


Projekt:Sanierung Flughafen "Cargo-City-Süd", Frankfurt / Main
Zeit:1996
Aufgabe:Im Rahmen von Bauarbeiten für das heutige Frachtzentrum "Cargo City Süd" auf dem Areal des Frankfurter Großflughafens wurden im Vorfeld Voruntersuchungen des Untergrundes durch den Kampfmittelräumdienst standardmäßig durchgeführt. Dabei wurden Reste von Kampfmitteln, ca. 11.000 kg "Clark", gefunden. Die Kontamination resultierte aus der unsachgemäßen und ungeordneten Vernichtung von Sprengstoffen und Kampfmitteln nach dem 1. Weltkrieg durch einfache Sprengung. Die Detonationen verstreuten die Munitionsreste in die Umgebung und führten direkt und durch Verfrachtung zur Kontamination des Bodens und des Grundwassers. Eine erste Erkundung im Raster wies ein kontaminiertes und sanierungsbedürftiges Areal von ca. 40.000 m2 aus. Belastungen von bis zu 2.650 mg Arsen/kg in Oberboden und bis zu 900 mg/l Nitroaromaten im Grundwasser wurden festgestellt. Diese erhebliche Grundwasserverunreinigung veranlasste das Regierungspräsidium Darmstadt, das Schadensareal zur Altlast zu erklären.
Lösung:Wegen der befürchteten Mobilisierung von Schadstoffen wurde als Grundwassersofortmaßnahme ein Förderbrunnen im Abstrombereich der Altlast eingerichtet. Zur Reinigung des geförderten Grundwassers und im Hinblick auf die zu entfernende Schadstoffpalette und die vorgegebenen niedrigen Zielwerte wurde eine Anlage zur Umkehrosmose von 25 m2/h errichtet und betrieben. Das abgereinigte Grundwasser wurde abgeleitet, das Konzentrat über eine CP-Anlage der HIM entsorgt.

In der ersten Projektphase wurde das Sanierungskonzept einschließlich Arbeitssicherheitsplan und Qualitätssicherungsplan im Detail entwickelt und zur Genehmigung gebracht, wobei im Hinblick auf die spezifische Palette an toxischen Schadstoffen insbesondere die Verwertung des Aushubmaterials und die Arbeitssicherheit essentielle Schwerpunkte bildeten, von denen die Genehmigungsfähigkeit, der finanzielle Rahmen und die Dauer der Maßnahme wesentlich abhingen.

Eine während der Angebotsphase durchgeführte Variantenuntersuchung, die einerseits eine "On-site"-Behandlung der Aushubmassen sowie andererseits die externe thermische oder chemisch-physikalische Behandlung zum Gegenstand hatte, ergab, dass diese Lösungen zum einen im Hinblick auf die gesetzten Terminziele, zum anderen aber auch im Hinblick auf die einzuhaltenden Zielwerte im Eluat nicht die erforderliche Sicherheit in technischer, wirtschaftlicher und terminlicher Sicht geboten hätten. Somit mussten Verwertungswege ermittelt werden, die in Abhängigkeit der Annahmegrenzen des jeweiligen Verwerters eine stoffliche Verwertung ohne Vorbehandlung zulassen. In der Folge und nach Ermittlung dieser Verwertungswege musste das Aushubkonzept eine Separierung des Aushubs in geeignete Materialklassen enthalten sowie eine entsprechende Logistik in der Abwicklung von Probenahme, Analytik und Lagerung vorsehen. Bei der Umsetzung waren die Termineinhaltung und die erforderliche Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

Nach der Genehmigung wurde die Sanierung selbst durchgeführt. Mit den Aushubarbeiten wurde im Januar 1996 begonnen, das gesamte Areal war im September 1996 durch die Überwachungs-Behörde als saniert freigegeben, die Baustelle im Dezember 1996 geräumt. Im Verlaufe der gesamten Sanierungs-Maßnahme wurden über 237.000 t vorwiegend mit löslichen Arsen- und nitroaromatischen Verbindungen, teilweise auch mit Quecksilber belasteter Bodenaushub unterschiedlichen genehmigten Verwertungswegen zugeführt. Aufgrund der unüblichen Zusammensetzung der Kontamination und der sehr beachtlichen Massen wurde ein komplexes Entsorgungs- und Verwertungskonzept erarbeitet und umgesetzt.

Täglich waren bis zu 5.000 Tonnen Bodenaushub analytisch, logistisch und verwertungstechnisch zu behandeln.

Die Bauleistungen wurden durch Nachuntersuchungen unter der Fachaufsicht der HIMTECH als unabhängigem Gutachter und im Zuge der Sanierung, d.h. Umsetzung der Arbeitssicherheitsanforderungen, Massendeklaration und Steuerung, Einhaltung der Sanierungszielvorgaben und Dokumentation, wahrgenommen.
Entsorgte Mengen:240.000 Tonnen