Glossar

Sammelentsorgung

Ist gegeben, wenn ein Sammeltransporteur Abfälle mehrerer Abfallerzeuger übernimmt, um sie der Entsorgung zuzuführen. Unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. gleicher Abfallschlüssel und Entsorgungsweg) kann anstelle mehrerer Einzelnachweise ein Sammelentsorgungsnachweis geführt werden. Mit der Übernahme der Abfälle wird der Sammeltransporteur rechtlich zum Abfallerzeuger.

Sammelstelle

Zwischenlager, in denen Abfälle angenommen und zu größeren transportgerechten Chargen für eine Entsorgungsanlage zusammengestellt werden.

Sammeltransporteur

Sammeltransporteure oder Einsammler sind Beförderer von Abfällen, die einen Sammelentsorgungsnachweis führen.

Sanierung

Siehe auch Altlastensanierung.

Schadstoffe

sind in der Umwelt vorkommende Stoffe wie  bestimmte Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe, die eine schädigende Wirkung auf Organismen und die Umwelt haben.

Schlacke

ist ein fester, anorganischer Rückstand aus Verbrennungsprozessen, der (im Gegensatz zu Asche) eine Schmelzphase durchläuft. Sie fällt im primären Ofenbereich z.B. bei bestimmten Kraftwerken („Schmelzkammerfeuerung“), Hoch- und Kupolöfen und bei bestimmten Temperaturen in den Drehrohröfen von Sonderabfallverbrennungsanlagen (SAV) an.

Schwefeldioxid (SO2)

ist ein farbloses, stechend riechendes Gas und wird bei industriellen Prozessen wie der Eisen- und Stahlerzeugung, der Zellstoffproduktion und der Erdölverarbeitung freigesetzt. Dies gilt auch für die Verbrennung fossiler (schwefelhaltiger) Energieträger wie Kohle oder Öl. Infolge von komplizierten Umwandlungsprozessen in der Atmosphäre entstehen u. a. schweflige Säure, Schwefelsäure, Sulfite und Sulfate, die in Verbindung mit Wasser zur Bildung des sauren Regens führen. Verbrennungsanlagen müssen daher mit entsprechenden Maßnahmen, zur Entschwefelung ausgestattet sein.

Schwermetalle

sind Metalle mit einer größeren Dichte als 2,5 g/cm3. Insgesamt bezeichnet man ca. 60 Metalle als Schwermetalle. Sie reichen von den für alle Lebewesen notwendigen Spurenelementen wie Eisen, Kupfer, Mangan und Zink bis hin zu den teilweise hochgiftigen Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Chrom, Quecksilber und Thallium.

SCR-Verfahren

Das SCR-Verfahren ist eine selektive katalytische Reduktion zur Entstickung von Rauchgasen über einen Katalysator (DENOX).

Sickerwasserbehandlung

Damit Wasser aus Niederschlägen oder aus Abfällen, das so genannte Sickerwasser, das den Deponiekörper durchfließt und im Abfall enthaltene lösliche Stoffe aufnimmt, nicht ins umliegende Erdreich eindringt und das Grundwasser gefährdet, werden Deponien zweifach gesichert:
Zum einen wird durch eine Basisabdichtung (Deponiebasisabdichtung), der Austritt von Sickerwasser verhindert, zum anderen wird mit einem oberhalb der Abdichtung installierten Drainagesystem das Wasser aufgefangen und der Entsorgung zugeführt.

Sonderabfall

siehe auch besonders gefährlicher Abfall

Sonderabfall-Verbrennungsanlage (SAV)

Anlage zur thermischen Abfallbehandlung für Sonderabfälle. Die am häufigsten eingesetzte Verbrennungseinrichtung ist der Drehrohrofen, in dem die Abfälle bei Temperaturen von über 900°C verbrannt werden. In der darauf folgenden Nachbrennkammer, mit Temperaturen bis 1.300°C werden dann die Abgase durch weitere Luftzugabe und ggfs. zusätzliche Brennstoffe vollständig ausgebrannt. Die nachfolgende Reinigung des Abgases über mehrstufige Reinigungs- und Waschanlagen gewährleisten eine Emissionsminderung gemäß strengen gesetzlichen Bestimmungen (Bundes-Immissions-Schutzgesetz (BImSchG) und 17. BImchV). Die in den Abfällen enthaltene Energie wird in elektrischen Strom umgesetzt oder als Prozessdampf genutzt. Die entstehenden Rückstände (Staub und Schlacke) werden in Hohlräumen als Bergversatz verwertet oder in Sonderabfalldeponien oder Untertagedeponien abgelagert.

Sonderabfalldeponie (SAD)

Abfälle werden je nach Beschaffenheit entweder in oberirdischen Sonderabfalldeponien oder in Untertagedeponien entsorgt. Für die oberirdische Lagerung gelten besondere Anforderungen hinsichtlich der Standortbedingung, des geologischen Untergrundes und des Grundwassers im Allgemeinen.

Sonderabfallumschlaganlage

Zwischenlager, in dem Abfälle in kleinen Chargen angenommen, vorbehandelt, konditioniert und zu größeren transportgerechten Chargen zusammengestellt werden, um sie zum Transport zur Entsorgungsanlage bereitzustellen.

Stickstoffoxid (NOx)

Bezeichnung für alle Oxide des Stickstoffs. Hierzu gehören auch Stickstoffmonoxid NO und Stickstoffdioxid NO2, die hauptsächlich als Nebenprodukte bei Verbrennungsprozessen in Kraftwerken, Motoren und der chemischen Industrie entstehen.

Stoffliche Verwertung

Gewinnung von Stoffen aus Abfällen oder die Nutzung von stofflichen  Eigenschaften der Abfälle, sofern nicht der Zweck der unmittelbaren Energierückgewinnung verfolgt wird.

Eine stoffliche Verwertung liegt vor, wenn nach einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise der Hauptzweck der Maßnahme in der Nutzung des Abfalls und nicht in der Beseitigung des Schadstoffpotentials liegt.